Zusammenfassung
Die Auszählung der Stimmen ist abgeschlossen:
- 2 Sitze für Prima Klima im Gemeindeparlament, entsprechend 11,2% der Stimmen
- 3 Ortsbeiräte mit Beteiligung von Prima Klima
Details sind unter dem folgendem Link verfügbar:
https://votemanager-da.ekom21cdn.de/2026-03-15/06432007/praesentation/index.html
Herleitung des Ergebnisses fürs Gemeindeparlament
Fischbachtal hat 2.193 Wahlberechtigte. 1.488 davon haben gewählt. Das sind 67,85%.
Bei der Wahl konnte jeder bis zu 15 Stimmen vergeben. Insgesamt kamen so 21.177 Stimmen zusammen.
Von diesen entfielen 5.125 auf die CDU, 1.143 auf die Grünen, 8.322 auf die SPD, 4.223 auf die FWF und 2.366 auf Prima Klima.
Die Stimmanteile werden ermittelt, indem man die Stimmenzahl durch die Gesamtstimmen teilt. Bei Prima Klima z.B. 2.366 geteilt durch 21.177. Das ergibt 11,17%.
Es sind 15 Sitze zu vergeben. Weil nur ganze Sitze und keine Bruchteile vergeben werden können, gibt es Berechnungsmethoden zur Zuteilung von Sitzen. Der Staatsgerichtshof des Landes Hessen hat in seinem Urteil zum Hessischen Kommunalwahlgesetz | Staatsgerichtshof des Landes Hessen am 18.01.2026 festgelegt, dass wie bislang auch das Verfahren nach Hare/Niemeyer anzuwenden ist.
Sitzverteilung nach Hare/Niemeyer
Die Stimmanteile der einzelnen Gruppierungen werden mit der Anzahl der Sitze multipliziert. Das ergibt eine theoretische Sitzanzahl von 3,63 für die CDU, 0,81 für die Grünen, 5,90 für die SPD, 2,99 für die FWF und 1,68 für Prima Klima.
Jede Gruppierung erhält nun zunächst den ganzzahligen Anteil. Also die CDU 3, Grüne 0, SPD 5, FWF 2 und Prima Klima 1.
Damit sind 11 Sitze verteilt. Die restlichen 4 Sitze werden nun denjenigen zugesprochen, die die höchsten Nachkommastellen haben. Also zuerst an die FWF (0,99), dann an die SPD (0,90), dann an die Grünen (0,81) und dann an Prima Klima (0,68). Die CDU hat mit 0,63 den kleinsten Nachkommaanteil und erhält keinen zusätzlichen Sitz.
Damit sind alle 15 Sitze vergeben: 3 an die CDU, 1 an die Grünen, 6 an die SPD, 3 an die FWF und 2 an Prima Klima.
Gedankenexperiment: Die Berechnung nach d’Hondt
Hier werden durch separate Divisionen der Stimmenanzahl durch 1, 2, 3, usw. für jede Gruppierung 15 Hilfskennzahlen ermittelt. Es ergeben sich bei 5 Gruppierungen also 5 x 15 = 75 Hilfskennzahlen. Diese werden absteigend sortiert. Die ersten 15 erhalten einen Sitz.
Bezogen auf das Ergebnis im Fischbachtal hätten abweichend von Hare/Niemeyer SPD und CDU jeweils einen zusätzlichen Sitz erhalten (also SPD 7 und CDU 4), während die Grünen und Prima Klima jeweils einen Sitz weniger erhalten hätten (also Grüne dann ohne Sitz und Prima Klima 1 Sitz).
Wer sich am Nachrechnen versuchen mag, hier folgt die zugehörige Tabelle (beispielhaft erste 17 Plätze).
| Gruppierung | Hilfskennzahl | Platzierung |
| SPD | 8322 | 1 |
| CDU | 5123 | 2 |
| FWF | 4223 | 3 |
| SPD | 4161 | 4 |
| SPD | 2774 | 5 |
| CDU | 2561,5 | 6 |
| Prima Klima | 2366 | 7 |
| FWF | 2111,5 | 8 |
| SPD | 2080,5 | 9 |
| CDU | 1707,67 | 10 |
| SPD | 1664,4 | 11 |
| FWF | 1407,67 | 12 |
| SPD | 1387 | 13 |
| CDU | 1280,75 | 14 |
| SPD | 1188,86 | 15 |
| Prima Klima | 1183 | 16 (kein Sitz) |
| Grüne | 1143 | 17 (kein Sitz) |
Das Verfahren nach d’Hondt sollte ursprünglich erstmals für die Kommunalwahl 2026 zum Einsatz kommen. Es benachteiligt allerdings wie im Fall von Fischbachtal zu sehen Bewerber mit wenigen Stimmen. Daher hat der Staatsgerichtshof die Änderung verboten.
